Wertewandel durch Corona

Lasst uns von Chance statt von Krise reden

Der aktuelle Wertewandel, den wir durch Corona erleben, fordert das Werteverständnis von Unternehmen noch einmal auf eine völlig neue Weise. Und bietet die Möglichkeit, Chance statt Krise zu sein. In diesen Tagen zeigt sich, wo wertschätzende Unternehmenskultur wirklich stattfindet und ob Leitbilder auch tatsächlich gelebt werden. Werte wie Solidarität, Gemeinschaft und Vertrauen bekommen in Zeiten von Corona eine ganz andere Dimension. Und sie zeigen auf, wo Unternehmen noch Entwicklungspotential haben. Jetzt haben Unternehmer die Möglichkeit, genau das in ihren Betrieben noch mal neu zu reflektieren und zu überprüfen.

Das Werteverständnis nachhaltig verändern

Statt „Corona-Krise“ sollten wir den aktuellen Wandel daher als „Corona-Chance“ betrachten. Als Chance, den Nährboden für ein neues und vor allem nachhaltiges Werteverständnis in Unternehmen zu schaffen.

An dieser Stelle möchte ich auf einen Artikel der Neuen Züricher Zeitung verweisen, die das Thema kürzlich ebenfalls aufgegriffen hat und viele Dinge aus meiner Sicht auf den Punkt bringt.

Jetzt ist die Zeit, um neue Grundlagen zu schaffen

Viele sprechen derzeit von einer neuen Welle der Hilfsbereitschaft und der Solidarität. Nach meinem Empfinden ist es allerdings eher der gemeinsame Weg, der uns momentan eint. Also ein temporärer Zustand von Zusammenhalt, entstanden aus einer Notsituation, und weniger das tiefe Verständnis für ein neues Denken. Ein Denken, das von dauerhafter Fürsorge und Achtsamkeit begleitet wird. Doch genau darin liegt jetzt die große Chance: Mit dem entsprechenden Bewusstsein können Unternehmer diese Tugenden auch nachhaltig bei ihren Mitarbeitern etablieren.

Wenn in ein paar Wochen Alltag und Normalität wieder Einzug gehalten haben, können gemeinsame Aktionen wie etwa ein offener Austausch der Mitarbeiter im Rahmen einer Werte-Lounge oder eine gezielte Zufriedenheits-Umfrage zum Umgang mit der Corona-Situation im Betrieb die Grundlage schaffen für ein neues Miteinander. Sie würden zeigen, dass Geschäftsführern beständig am Wohle ihrer Mitarbeiter gelegen ist. Dass sie deren Meinungen ernst nehmen und auch beherzigen. Jetzt ist die Chance, aus Angestellten loyale Mitarbeiter zu machen, indem ich ihnen die Wertschätzung entgegenbringe, die sie verdienen.

Sicherheit ist eine Illusion

Die Erfahrungen aus dem Corona-Virus werden unsere Gesellschaft nachhaltig prägen und noch lange beschäftigen: Plötzlich spürt auch eine junge Generation an Arbeitnehmern, dass permanente Produkt-Verfügbarkeit keine Selbstverständlichkeit ist. Unternehmer müssen die bittere Pille schlucken, dass Umsatzplanungen fragiler denn je sind. Und wir alle machen die Erfahrung, dass es Sicherheit letzten Endes schlicht und ergreifend nicht gibt. Weder gesundheitlich, noch finanziell. Das ist die schmerzliche Erkenntnis, die es jetzt anzunehmen gilt. Und je eher wir sie annehmen, desto eher haben wir auch die Chance, unser Denken zu ändern. Denn auf den Wertewandel, den wir bereits seit einigen Jahren spürbar durchleben, wird das Corona-Virus wie ein Katalysator wirken. Wenn es mir als Unternehmer gelingt, Wertearbeit nachhaltig in meinem Betrieb zu verankern, kann die jetzige Pandemie eine riesen Chance sein. Und zwar für mehr Wertschätzung, gelebte Fürsorge und damit letzten Endes für eine Mitarbeiterbindung, die unbezahlbar ist.

Wer in diesem Zusammenhang einen guten Lesetipp braucht, dem sei wärmstens das Große Buch der Werte von meinem geschätzten Kollegen Frank Sauer ans Herz gelegt.

Innere Führung statt Panikmache

Was in diesen Zeiten wirklich hilft

Nahezu stündlich überschütten uns derzeit neue angstmachende Informationen über das Corona-Virus. Panikkäufe und Ellenbogendenken zeigen sich dieser Tage nicht nur im Fernsehen, sondern direkt vor unserer Haustür. Was mir persönlich allerdings deutlich mehr Sorge als irgendein Virus bereitet, ist die Art und Weise vieler Menschen, mit der Furcht davor umzugehen. Und wie leicht sich die menschliche Angst durch die Macht der Medien doch manipulieren lässt. Wir sind momentan umgeben von einem kollektiven Feld aus Angst, Unsicherheit und Ohnmacht.

Innere Klarheit ist das A und O

Mehr denn je ist es in diesen Tagen daher wichtig, bei sich zu bleiben, ohne aus dem Kontakt zu unseren Mitmenschen zu gehen. In die eigene Klarheit und das Vertrauen zurück zu kommen. In eine Balance aus Mitgefühl und gesundem Menschenverstand. Und besonnen, nicht angstgesteuert, zu agieren. Viele fühlen sich in diesen Tagen abgekoppelt, ängstlich, allein und ohnmächtig. Und je mehr wir uns in diese gedankliche Negativ-Spirale ziehen lassen, desto mehr verlieren wir auch den Blick für uns selbst und unsere Klarheit. Angst blockiert uns und lässt uns handlungsunfähig werden. Doch wie kann aus Angst wieder Vertrauen werden? Und aus Ohnmacht wieder Schöpferkraft entstehen?

Letzten Endes ist Angst nichts anderes als eine Empfindung unseres Egos. Und damit eine Empfindung von dem Teil in uns, der sich getrennt fühlt und sich davor fürchtet, die Kontrolle zu verlieren. Der einzige Weg, um aus diesem Gedankenkarussell auszusteigen, ist es, den gedanklichen Fokus zu ändern. Weg von unseren Ängsten, hin zu vertrauensvollen Gedanken.

Dankbarkeit als Schlüssel

Wie uns das gelingt? In meiner Arbeit als Coach nutze ich verschiedene Tools, um das zu erreichen. Eine Möglichkeit ist es, eine Art Dankbarkeits-Tagebuch zu führen, in dem ich jeden Tag mindestens 3 Dinge schriftlich fixiere, die an diesem Tag gut waren und für die ich dankbar bin. Ich weiß selbst nur allzu gut, dass es Tage gibt, an denen uns das besonders schwer fällt. Tage, an denen vermeintlich nichts so wirklich rund gelaufen ist. An diesen Tagen ist es zwar besonders schwierig, dankbare Gedanken zu finden – doch gerade deshalb auch umso entscheidender. Manchmal gilt es dann, sich all der kleinen Dinge bewusst zu werden: Eine gute Tasse Kaffee am Morgen oder das freundliche Lächeln der Kassiererin bei unserem Wocheneinkauf im Supermarkt. Indem ich gedanklich nach positiven Erlebnissen Ausschau halte, gebe ich meinem Geist umgehend einen neuen Fokus und erziehe mich so quasi selbst dazu, mir Schritt für Schritt eine neue Sicht auf die Welt anzueignen. Mit fühlbaren Resultaten: Menschen, die dankbar sind und positiv denken, sind zufriedener, glücklicher und leiden seltener an psychischen Krankheiten. Neueste Erkenntnisse aus der Psycho-Neuro-Immunologie und der Positiven Psychologie bestätigen diesen Effekt.
Übungen wie diese sind kein Hexenwerk und erfordern lediglich eine Sache: Ein gewisses Maß an Selbstdisziplin. Erfahrungsgemäß gelingt uns das spätestens dann am Besten, wenn der innere Leidensdruck hoch genug ist und damit die Bereitschaft nach Veränderung steigt.

STOP zu negativen Gedanken

Manchmal braucht es dafür auch einfach einen liebevollen Anstoß von Außen, ein klares STOP! zu den negativen Gedanken. Und jemanden, der uns auf diesem Weg in die Selbstdisziplin begleitet. Nicht umsonst leitet sich das Wort „Coach“ etymologisch aus dem ungarischen Wort “kocsi” ab und bedeutet so viel wie „komfortabler Wagen“, also etwas bzw. jemand, das (der) uns schneller und sicherer zum gewünschten Ziel bringt.

Ob aus eigener Kraft oder mit ein wenig Unterstützung von Außen – uns von unseren Ängsten zu lösen und den Fokus auf die eigene geistige Gesundheit zu legen, erfordert nicht immer die großen Schritte. Doch sie zu gehen, so klein sie auch sind, das ist die Kunst dabei. Denn Gesundheit, das spüren wir in diesen Tagen besonders, ist unser höchstes Gut.

Wenn wir gemeinsam und kollektiv im Vertrauen bleiben, können wir den momentanen Nachrichten deutlich gelassener gegenüber treten. Glaube an dich, an deine Kraft und Stärke. Ich begleite dich gerne auf diesem Weg.